Das Bo Interview
Geschrieben von: Tobias Kretzschmar
"Egal ob Hamburg, München oder Berlin: Hauptsache das Publikum flasht"
Unter dem Künstlernamen „Das Bo“, tritt der gebürtige Hamburger Mirko Bogojević seit Ende der Neunziger mit feinsten Raptexten auf Deutschlands größten Bühnen auf, egal ob alleine, in Verbindung mit Fünf Sterne Deluxe oder als Teil der Mongo Clikke. Zumindest seit seinem größten Hit, zusammen mit Tobi Tobsen „Türlich, Türlich (Sicher Digger)", der es auf Platz 5 der deutschen Singlecharts schaffte, ist „Das Bo“ eine feste Größe im deutschen Rapgeschäft und ein „Must-Have“ jeder gut sortierten Musiksammlung. Egal ob humorvoll, gesellschaftskritisch, oder als Einstimmung auf eine Partynacht, „Das Bo“, bedient den breiten Musikgeschmack genauso wie die Rap Heads. Als Vertreter für die Stadt Hamburg beim von Stefan Raab initiierten Bundesvision Songcontest schaffte er es mit „Ohne Bo“ im Jahr 2008 zum zweiten Mal in die Singlecharts. Ein Grund mehr ihm vor seinem Auftritt in Münchens angesagtem P1 Club ein paar Fragen zu stellen.
Bitte erzähl doch mal was zu deinem vorletzen Projekt „80’s Flashback“, an dem neben dir auch bekannte Hip-Hop Größen wie Sido, Samy Deluxe, Jan Delay und Dendemann beteiligt waren.
Das Bo: Das war mit meinem Kollegen Petone, der für sein 80iger Jahre Projekt verschiedene Leute zusammengetrommelt hat. Er ist Produzent, der hinter den Kulissen verschiedenste Sachen macht.
Dein letztes Album war „Dumm aber Schlau“. Wie erfolgreich war es und wie zufrieden bist du damit?
Das Bo: Also ich bin nach wie vor wirklich sehr zufrieden mit dem Album und ich habe auch auf der kommenden Jan Delay Tour die Möglichkeit es vor einem großen Publikum zu präsentieren.
Wie steht es mit der Zukunftsplanung? Sind weitere spannende Projekte in der Pipeline?
Das Bo: Nach Problemen mit meiner ehemaligen Plattenfirma Sony, bin ich jetzt aus dem Deal raus und habe ein neues Projekt namens „Boom Boom“ was Ende März starten wird und über 313Music erscheint. Nebenbei produziere ich auch noch die verschiedensten Sachen.
Was kann man sich unter „Boom Boom“ vorstellen?
Das Bo: Also wir haben für ein halbes Jahr eine Location mit Veranstaltungsraum und Studio gemietet, in der wir alle 2 Wochen geschlossene Veranstaltungen starten, bei denen alles umsonst ist und nur ausgewählte Leute kommen dürfen. Es ist durch das Studio, Küche und Schlafmöglichkeiten auch in gewisser Weise mein Lebensraum. Während diesem halben Jahr werde ich ein neues Album produzieren und damit voraussichtlich im Herbst auf Tour gehen.
Was sagst du zu dem Vorurteil das Münchner Publikum sei versnobt, gerade im Hinblick auf den Auftritt im Münchner Edel-Club P1?
Das Bo: Das ist mir eigentlich echt alles egal. Für mich gibt es kein gutes oder schlechtes Publikum, sondern nur Publikum das gut bzw. schlecht drauf ist. Also ich rock, ob die Leute mitmachen oder nicht ist mir ziemlich egal. Entweder haben die Bock zu feiern und das läuft von ganz allein oder halt eben nicht. Aber ich bin keiner der Anderen sagt, wie sie zu feiern haben.
Was sagst du zu der Entwicklung von Hip-Hop im letzten Jahrzehnt? Bist du traurig, dass Hamburg dabei scheinbar ein wenig den Anschluss verloren hat?
Das Bo: Das hat mich sowieso nie wirklich interessiert. Es gibt überall gute und schlechte Leute. Und bleibt man in einer bestimmten Zeit hängen, kann man sich künstlerisch gleich beerdigen lassen. Es gibt immer noch Möglichkeiten und Hip-Hop ist immer noch erfolgreich, so das immer Raum bleibt auf diesem Gebiet etwas zu starten.
Wie ist dein Eindruck von der Stadt München, was hast du bisher hier erlebt?
Das Bo: Also ich habe heute mit Tai Jason im Studio rumgehangen und im P1 eine geile Trüffelpizza gegessen und gerade eben waren wir bei NEO FM. Ich und meine Jungs kennen München wirklich von seiner besten Seite. (lacht)
Vielen Dank für das Interview und viel Spaß heute Abend.
Geschrieben von Tobias Kretzschmar
Das Bo auf iTunes zum Download
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