Jamaram Interview
Reggae, Latin, Ska, Soul
Jamaram ist eine Münchner Gruppe von Musikern, die vorwiegend Reggae, Funk, Latin und Blues spielen. Sie wurde im Jahre 2000 von Sänger Tom Lugo, Drummer Murxen Alberti und Gitarrist Samuel Hopf gegründet. Derzeit besteht die Band aus acht Mitgliedern.
Die Gründungsmitglieder von Jamaram sind Thomas "Tom" Lugo, Schlagzeuger Max "Murxen" Alberti und Samuel "Sam I Am" Hopf. In der aktuellen Besetzung kommen Benjamin "Benni" Beblo, Lionel Wharton, Dominik "Nik" Thäle, Johannes "Peppi" Beblo und Franziskus "Franzis" Wörmann. Wichtige ehemalige Jamaram-Mitglieder sind Matthias "Matt" Ullmann, Anna "Lu" Lukasiewicz, Florian "Flo" Döffinger, Sebastian Hopfner und Matthias "Schuppi" Schuppler. Vor wenigen Monaten ist das Album Jameleon erschienen. Zeit um mit Ihnen ein Interview zu führen.
Hallo Zusammen. Ihr habt vor wenigen Monaten Eure neues Album Jameleon rausgebracht. Was sind die ersten Resonanzen? Seid Ihr persönlich zufrieden mit dem Album?
Jamaram: Den Erfolg eines Albums kann man natürlich aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten: Zum einen gibt es die Resonanzen aus den Läden, in denen von Jameleon in den letzten Monaten so viele Kopien wie noch von keinem anderen Jamaram-Album verkauft worden sind. Das ist natürlich schön, denn das heisst, dass es wieder einen kleinen Schritt aufwärts ging und die Leute unser neues DIng mögen! Dann gibt es natürlich auch die eigene Beurteilung, und da gibt es wahrscheinlich acht verschiedene Meinungen. Die Platte ist ja sehr spontan und zu weiten Teilen erst im Studio entstanden, was dazu geführt hat, dass die Songs pur und ohne grosse Schnörkel daherkommen, was mir persönlich sehr gut gefällt!
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Wie würdet Ihr Euren Sound definieren?
Jamaram: Itschi Watschi!! Das ist ein Mix aus allem worauf wir Lust haben. Reggae, Latin, Ska, Soul. Wir haben uns noch nie festgelegt und das zu unserem Sound gemacht. Die Kunst ist nämlich, das alles so zusammenzufügen, dass es am Ende zu einem Guss wird: Jamaram Style.
Was sind die bisherigen musikalischen Höhepunkte Eurer Karriere?
Jamaram: Für mich sind das immer die Reisen, die durch unsere Musik möglich werden: Unsere Reise durch Uganda, Workshops mit Kids aus dem Gettho, die Chance, Konzerte in völlig fremden Kulturen geben zu können. Zuletzt waren wir in Brasilien unterwegs und sind auch von dieser Reise wieder mit 1.000 neuen Eindrücken zurückgekehrt.
Was ist Euch lieber und warum: Im Studio zu arbeiten oder Live zu spielen?
Jamaram: Mir persönlich ist das Live-Konzert, das auf-Tour-sein lieber, denn da findet der direkt Austausch statt, da trifft unsere Musik direkt auf die Zuhörer, wir sind unterwegs, treffen immer neue Menschen, denn das Leben findet ja bekanntlich auf der Strasse statt. Studio ist meditativer, man bastelt tagelang an einem Song, probiert aus, findet neues heraus. Hmm, es hat eigentlich beides seine Qualitäten.
Erzählt etwas über Euer Engagement im sozialen Bereich.
Jamaram: Durch eine gute Freundin sind wir vor 3 Jahren auf die Idee gekommen uns für die Organisation Go Ahead!, die sich für Aidswaisenkinder in Südafrika und Uganda einsetzt, zu angagieren. Seitdem sammeln wir auf jedem Konzert, also ca 120 mal im Jahr, Spenden. So konnten wir schon den Bau eines Schulhauses in Südafrika finanzieren und ermöglichen nun den Kindern in dieser Schule den Unterricht, eine warme Mahlzeit am Tag etc.Das restliche Geld fliesst ins Rainbow House of Hope, dass sich um Kinder in schwierigem sozialen Umfeld in Ugandas Hauptstadt Kampala kümmert. Auch hier haben wir uns am Neuaufbau des Hauses beteiligt und waren wie gesagt Ende 2008 sogar schon selbst da, um dort zu spielen und alle kennenzulernen. Seitdem wird mit noch mehr Herz gesammelt, denn wir kennen jetzt die Menschen, die es betrifft persönlich.
Ihr seid ja eine Münchener Gruppe. Was ist für Euch eigentlich typisch Münchenerisch?
Jamaram: Natürlich könnte man jetzt das Tollwood nennen, die Isar, die wunderschönen Konzerte im Theatron, aber für mich sind am münchnerischsten die ganz alten Trambahnen mit ihren zwei Wägen, den ächzenden Schiebetüren, den Holzstühlen und den zwei klapprigen Stufen in den Fahrgastraum, so wie es sie in meiner Kindheit noch ganz regulär gab und die jetzt gänzlich abgeschafft sind. Wie auch die alten orangenen S-Bahnen mit denen ich vor ein paar Jahren noch zu den Jamaram-Proben nach Wessling getuckert bin. München hat es sich zum Sport gemacht, alles immer noch neuer, noch moderner und noch sauberer zu machen. Das damit auch einiges an eigenem Charme und Gemütlichkeit verloren geht, wird vergessen. Schade eigentlich.
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Wo geht Ihr in München am liebsten feiern?
Jamaram: Um ehrlich zu sein, sind wir ja so gut wie jedes Wochenende irgendwo, nur nicht in München, unterwegs, und darum überhaupt nicht Up to date was das einheimische Nachtleben betrifft. Kommt noch dazu, dass wir seit einem Jahr in ein WG Haus am Wesslinger See, also vor den Toren Münchens, gezogen sind, wo es so wundervoll ist, dass man manchmal sogar vergisst, in die Stadt zu fahren.
Kurzes Brainstorming
Hip Hop
Jamaram: Gefällt mir nicht immer aber kann auch richtig gut sein. Vor allem, wenn das Ganze von einer richtig dicken Live Band begleitet wird!
Fußball-WM
Jamaram: War nett und ist vorbei.
Labelpolitik der Majors
Jamaram: Viel Gelabere, und nur noch wenige Möglichkeiten, so ähnlich, wie alte Königshäuser: Der Name klingt noch immer toll und pompös, aber die Macht ist dahin.
Eure abschließenden Worte…
Jamaram: Power to the Venis!
Jamaram Diskografie
2004 - Kalahassi / Album (Soulfire Artists / Rough Trade)
2005 - Never Too Late / EP (Soulfire Artists / Rough Trade)
2006 - Megan / Single (Soulfire Artists / Rough Trade)
2006 - Ookuchaka! / Album (Soulfire Artists / Rough Trade)
2008 - Coming To Get You / Single (GLM Music / Soulfood)
2008 - Shout it from the Rooftops / Album (GLM Music / Soulfood)
2008 - Green Leaf / Single (GLM Music / Soulfood)
2009 - Live / Album (GLM Music / Soulfood)
2010 - Cuentito / Single (GLM Music / Soulfood)
2010 - Jameleon / Album (GLM Music / Soulfood)
Bilderquellen © by Jamaram, Photo by Jan Röder und Kabopro, Karuna Fuchs
