Tai Jason und Steve O.
"Mit der Partyreihe sind wir sehr zufrieden, denn wir hätten nie gedacht, dass unsere Partyreihe so einschlagen würde."
Tai Jason und Steve O.
Dieses DJ-Team ist der neue Stern am HipHop Himmel Münchens, zumindest aus veranstaltungstechnischer Sichtweise. Ihre Fresh to Death Partys werden neben den Beastin' Events und dem Crown's Club zur Zeit als Erstes erwähnt wenn es um Rap geht. Stimmung ist garantiert, die Clubs sind voll und die lokalen Szenegrößen sind alle vor Ort. Zusätzlich zaubert man ab und zu halt mal einfach so illustre Gäste wie Kurtis Blow oder DJ Tomcraft her. Klingt einfach, ist es aber nicht. Wie in jeder Partyreihe steckt auch hier viel Herzblut und Arbeit drin, aber man kann sagen, dass es sich gelohnt hat und Fresh to Death fest etabliert ist.Wenn man das Ganze genauer betrachtet war das ein logischer und konsequenter Weg den Tai und Steve gegangen sind, denn sie haben beide einen Namen und eine Geschichte wenn es um Rap in München oder auch in Deutschland geht. Steve ist selbst in verschiedenen Crews aktiv gewesen und Tai Jason ist einer der angesagtesten Produzenten in Deutschland, der unter anderem schon mit Sido, Fler oder Frauenarzt zusammen gearbeitet hat. Zeit wirds die beiden Münchener mal zum Interview zu bitten und alle Fans und Interessierten auf den Status Quo zu bringen...
Hi Jungs, Willkommen bei Fastlife! Ihr seid ja die Organisatoren der Event-Reihe "Fresh to Death", deren Events mittlerweile eine der am besten besuchten HipHop-Partys in München sind. Woher kam die Idee und wie sehr seid Ihr mit dem Ganzen soweit zufrieden?
Steve O.: Damals fragten uns zwei gute alte Freunde Roman Libbertz und Michi Mileschko ob wir in seinem Club (Privee 2) einen Hip Hop Abend machen wollen, da ein Abend frei sei und er wusste, dass wir das schon länger geplant hatten. Wir wollten immer schon beim Weggehen die Musik hören, die wir auch gerne zu Hause hören und die wir auch selber feiern. Leider war das zu der Zeit nicht mehr möglich in München, da der Hip Hop vor ca. drei Jahren fast wie ausgestorben war in unserer Stadt. Da packten wir die Sache am Schopf und hängten uns in die erste Party rein. Diese lief dann so gut und platzte aus allen Nähten, so dass wir sowie die Clubbesitzer unbedingt weiter machen wollten. Mit der Party sind wir sehr zufrieden, denn wir hätten nie gedacht, dass unsere Partyreihe so einschlagen würde und sind immer noch mit unserem Herzen dabei.
Ihr bringt ja auch immer Überraschungsgäste und Acts mit an den Start, sei es wie vor Kurzem Kurtis Blow im Baby! oder auch genreübergreifend DJ Tomcraft als Special-Guest. Was sind Eure besten Erlebnisse und was kann man eventuell in Zukunft noch erwarten?
Tai Jason: Unsere special guests sind eigentlich fast immer Freunde von uns und von guter Musik und kommen vorbei wenn sie in der Gegend sind wie z.B. DJ Craft (K.I.Z) oder Mr. Mixx (DJ und Produzent von der 2 Live Crew), welchen wir in unserer Jugend schon zu Tode gefeiert haben und damals zu sexuellen Vorbilder gemacht haben. Da haben wir uns besonders gefreut als er sich aus Miami gemeldet hat um zu Fragen ob er bei uns auflegen kann. Die Fresh To Death MTV Award Party mit Samy Deluxe, B-Tight, Shaggy usw. hat auch viel Spaß gebracht. Obwohl fast alle Partys immer ein kleines Erlebnis für sich sind!
Wie stark seht Ihr das Ganze als Arbeit? Sind solche Abende wie der mit Kurtis Blow auch ein bisschen Erfüllung der Kindheitsträume oder ist das alles nur Business?
Steve O.: Wir haben beide Jobs neben unserer Fresh To Death Party-Reihe in denen wir beide auch wirklich gut verdienen und machen daher die Party aus Spaß um gute Rap Musik zuhören. Gerade boomen ja in München total Hip Hop Parties aber was man nicht vergessen darf ist, dass als wir vor drei Jahren diese Party starteten alle anderen nur Black Beat und R'n'B gespielt haben.
Tai, Du bist ja einer der bekanntesten Produzenten deutschlandweit. Unter anderem war KIZ vor Kurzem bei Dir im Studio, in der Vergangenheit schon Stars wie Sido oder Fler. Mit welchen Künstlern arbeitest Du aktuell?
Tai Jason: Ja, ich war 2007 und 2008 der erfolgreichste Hip Hop Produzent in Deutschland und mache auch immer schöne exclusive Fresh To Death Songs für unsere Myspace Seite wie zum Beispiel mit Frauenarzt. Im Moment bin ich mit K.I.Z. in meinem Münchner Studio um ihr neues Album zu schreiben und zu produzieren. Die Messlatte ist hoch, da die zwei vorherigen Alben, die ich produziert habe beide, in die Top 10 der Deutschen Charts eingestiegen sind. Zur Zeit arbeite ich ebenfalls an meinem ersten Kinofilm, für den ich die komplette Musik komponiere und produziere und eine kleine Cameo-Apearance ist schon abgedreht.
Steve, Du hast ja schon im jungen Alter getanzt und auch gerappt. Gibt es bei Dir aktuell Produktionen oder ähnliches? Wie steht es mit „Die Zwei“ und dem „Sameway“-Projekt?
Steve O.: Ich bin der echte Vanilla Ice (lacht)! Oh, oh wie kommt ihr denn auf "die Zwei", die gibt es schon sehr lange nicht mehr. Das waren die ersten Hip-Hop Gehversuche vor ca. 15 Jahren. Jetzt gibt es nur noch Steve O. Produktionen und da ist leider seit dem Auftritt mit Ice-T vor einigen Jahren bei Air& Style in Innsbruck nicht all zu viel passiert. Aber dennoch packt mich der Wille zur Zeit wieder verstärkt Musik zu machen. Daher habe ich gerade wieder angefangen und einen neuen Song aufgenommen, den ich bald präsentieren werde und ich arbeite jetzt auch weiter an neuen Tracks. Darüber hinaus drehe ich nebenbei ab und an ein Musikvideo wie das letzte von dem Münchner Rapper und Kumpel Face: "Ich f**k den Contest".
Was denkt Ihr über die Münchener HipHop-Szene allgemein?
Steve O.: Zuviele "Fresh To Death" wanna be Nachfolger, die es zu professionell versuchen und keine verpeilten Stromausfälle, Girl-on-Girl Actions, "SlamHarder" Intro und We Are The World" Outros zum mitsingen feiern! Ansonsten mögen wir die Jungs Face, Ali A$, Grosses K. und den Rest des Neuen Südens. Ich bin der Meinung, dass man in München mehr zusammen arbeiten sollte und sich nicht gegenseitig haten wie es hier leider zu viele machen.
Kurzes Brainstorming:
Oktoberfest 2010 - Sind wir bestimmt dabei
Münchener Fußball - Interessiert uns so gut wie gar nicht
Sonst noch irgendwelche abschließenden Worte?
Steve O.: Wartet bis zur nächsten fetten FTD Party in einem neuem Club!Chillin' in the club in my b-boy stance, with my hoodie on and my gun in my pants....cause I am "Fresh To Death". So stay tuned, One love.
(Bilder by Jan Hungerland / Styling by Charlotte Diestel)






